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Tageslosung

Wer auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen.
Psalm 32,10

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An(ge)dacht

zum Monatsspruch für Dezember 2020

"Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“ (Jesaja 58,7)

Hunger und Essen sind Dauerthemen für die Menschen in der Bibel – auch für uns heute! Laut „Brot für die Welt“ leidet jeder 9. Mensch auf der Welt an Unterernährung. Hunger schädigt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Täglich sterben fast 24.000 Menschen an den Folgen von Unterernährung. Auf der anderen Seite leiden mehr als 2 Milliarden Menschen an Übergewicht und Fettleibigkeit. Brich dem Hungrigen dein Brot.“ Nehmen wir diese Worte Gottes ernst?

„Und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus. Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn.“

Vor seiner Kreuzigung würfelten die folternden Soldaten um Jesu Kleider. Jesus teilt nicht nur das Schicksal von Gewaltopfern und Kriegsgefangenen denen die Kleider abgenommen werden - sondern auch das Schicksal von Heimat- und Obdachlosen, wenn er von sich sagt: „Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.“ (Matthäus 8,20)

Hungrig, heimat- oder obdachlos sind viele, die auf der Flucht vor Gewalt und Krieg sind. Arme, Hungrige, Wohnungslose gibt es aber auch bei uns. Jedes Jahr erfrieren auch bei uns Menschen auf der Straße. Städte und Gemeinden sind verpflichtet, ausreichend Notunterkünfte bereit zu halten. Wenn wir wohnungslose Menschen sehen, die hilflos oder in Not sind, sollen wir den Notruf unter der Telefonnummer 110 anrufen, bei akuter gesundheitlicher Gefahr den Rettungsdienst unter 112. Manchmal scheint es leichter, Fremden zu helfen - weil man sich eben kaum kennt.

Die Solidarität, die Hilfsbereitschaft innerhalb der eigenen Familie scheint nicht selbstverständlich zu sein, sonst müsste Jesaja nicht fordern: „Entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“

Die soziale Verantwortung gilt erst recht den eigenen Verwandten. Interessant ist, wie der Monatsspruch weiter geht: „Wenn Du den Hungrigen sättigst, den Elenden und Wohnungslosen Schutz und Wohnung gibst, die Nackten kleidest und Dich Deiner Familie nicht entziehst, dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen.“ Not lindern hilft nicht nur den Armen, sondern der ganzen Gemeinschaft! Die wachsende Schere zwischen Arm und Reich, genauso wie Reichtum auf Kosten anderer, zerstört den Zusammenhalt und Frieden, die Gesundheit unserer Gesellschaft. In der Tat haben wir da viel Heilung nötig! Heilung braucht konkrete Taten. Politische, aber vor allem eigene. Unser Glaube, unsere Nachfolge lässt sich nicht trennen von sozialer Verantwortung und Hilfe. Jesus erklärt kompromisslos: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Wenn ich Bedürftigen helfe, dann geht es nicht darum, dass ich ein gutes Gefühl hab und mich toll finde. Sondern: Ich zeige dem anderen, dass diese Welt nicht nur kalt und selbstsüchtig ist. Dass ich ihn nicht übersehe. Dass er jede Hilfe wert ist! Wenn Christen von Erlösung sprechen, dann ist Erlösung nicht nur etwas, was Gott FÜR uns tut – sondern was Gott auch DURCH uns an anderen tut! Darum gibt es all diese Hilfsaktionen zu Weihnachten wie „Brot für die Welt“, „Weihnachten im Schuhkarton" oder Pakete ins Gefängnis ("Schwarzen Kreuz").

Es geht darum, dass Menschen aus Elend und Verzweiflung, aus Angst und Scham herausgerissen werden. Es geht um die fortschreitende Heilung unserer (oft so harten, engen) Herzen - weit über die Advents- und Weihnachten hinaus, in der wir uns besonders daran erinnern,dass Gott ein Mensch wurde. Wir loben Gott dafür mit Lieder wie „Lobt Gott ihr Christen allegleich“, in dem eine Strophe lautet: „Er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein.“

Wer in das Lob über den nackten, Mensch gewordenen Gottes einstimmt, der kann und wird nicht an denen vorbeischauen, die in diesen Tagen, die in unserer Welt im Elend leben. Die Propheten haben Jesu Geburt angekündigt. Seitdem warten wir darauf, dass Jesus noch einmal wiederkommt, dass Gott alles neu macht und seine Welt erlöst: „Siehe, Dein König kommt zu Dir - ein Gerechter und ein Helfer.“ (Sacharja 9,9) Lassen wir die Menschen das im Advent und an Weihnachten um uns herum spüren – damit sie sich mit uns genauso mit neuer Hoffnung freuen können!

Frohmachende Feiertage und ein gesegnetes Weihnachtsfest - trotz und gerade allem - wünscht Dir und Ihnen

Jugendsekretär Sebastian Begaße