100 Jahre CVJM Duisburg

Tageslosung

Ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir, spricht der HERR.
Amos 4,11

An(ge)dacht

August bis Oktober 2018:

"Gott ist im Urlaub"

Psalm 139

Jedes mal die gleichen Überlegungen: "Was muss unbedingt noch mit in den Urlaub? Wasn kann zu Hause bleiben? Na, auf jeden Fall der Terminkalender! Ich will ja entspannen und mich nicht aufregen ...!"

Die Erwartungen an die Ferienzeit sind oft ähnlich hoch wie an Weihnachten: Ganz besonders toll muss der Urlaub werden, die schönste Zeit im Jahr soll er sein. Manchmal kann der Urlaub aber genau dadurch ganz schön stressig werden: Dann seufzen einige, sie bräuchten erst mal Urlaub vom Urlaub. Die einen packen sich die Tage voll mit Feiern und Erlebnis-Touren. Bloß raus, bloß weg - und leben -endlich wieder leben! Die anderen verstehen unter Urlaub eher das Gegenteil: Wirklich absolut nichts tun, vielleicht noch ein Buch lesen. Und zwischen den Nickerchen ein bisschen schlafen. Aber das ist nicht so einfach! Denn wo ich auch immer bin: Ich nehme nicht nur meinen Koffer, sondern auch immer mich selbst mit.

Das ist nicht immer angenehm. Da steigt dann in den ruhigen Minuten manches hoch, das schon lange an die Oberfläche will: Träume, Sehnsüchte, ungelöste Fragen. Aber das will ich in meinem Urlaub auch zulassen. Denn im Alltag hat das oft kaum ausreichend Platz. Und es ist wichtig, dass ich das nicht dauernd übersehe. So kann ich mich vorbereiten auf mein Leben NACH dem Urlaub - und das ist mindestens genau so wichtig und wertvoll wie drei Wochen Mallorca.

Darum: Bewusst ausruhen, bewusst genießen, bewusst Entscheidungen überdenken und mich gegebenenfalls neu ausrichten. Ich muss davor keine Angst haben, denn Gott ist ja bei mir.

Im 139. Psalm heißt es:

HERR, du erforschst mich und du kennst mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hälst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

Wenn Gott mich also am besten kennt, weil er mich ja geschaffen hat und jeden Gedanken, jedes Wort und einfach alles von mir weiß - dann muss ich keine Angst mehr vor den Dingen haben, die mir vielleicht im Urlaub klarer werden. Ich muss nichts durch Aktivitäten oder Verschlafen verdrängen. Vielleicht zeigt mir Gott die Dinge, die ich lange nicht beachtet oder übersehen habe. Oder wo ich den Mut nicht hatte, sie anzugehen. Ich glaube, dass ich dadurch erst wirklich entspannen und den Urlaub genießen kann, wenn ich nicht vor etwas weglaufe, um das ich mich sowieso kümmern muss.

Und ein Gespräch mit Gott beim Wandern oder Ausruhen muss ja nicht stundenlang dauern. Zeit hätte ich jedenfalls dafür, wenn ich das will. Wer weiß, welches Gepäck mir Gott dann noch abnimmt - oder mir tragen hilft. Denn Gott fährt mit mir in den Urlaub. Er ist schon vor Ort und wartet auf mich.

Allen, die ihn noch vor sich haben, wünsche ich einen so erfüllten und erholsamen Urlaub. Und denen, die arbeiten müssen, eine ruhige Sommerzeit. Und wer will, schaut einfach mal im CVJM vorbei - da gibt´s nämlich auch während der Ferien so einige Angebote.

Herzlich grüßt Sie Ihr

Sebastian Begaße